Zahlreiche Mythen beeinflussen die öffentliche Meinung und subjektive Vorstellungen über Gewalt gegen Frauen. Viele Menschen glauben, dass Gewalt gegen Frauen vor allem im öffentlichen Raum ausgeübt wird. Richtig ist hingegen, dass Frauen Gewalt – auch sexuelle Gewalt – vor allem durch Menschen erfahren, die sie kennen und ihnen oftmals sogar sehr nahe stehen, also durch Partner, Familienmitglieder, Bekannte oder Arbeitskollegen.

Warum sind Daten wichtig?

Statistische Daten und Prävalenzstudien sind notwendig, um solche Vorstellungen durch Faktenwissen zu ersetzen und das Dunkelfeld zu erhellen. Sie unterstützen außerdem die Entwicklung und Evaluierung von Maßnahmen zur Prävention und zum Opferschutz.

Daten ermöglichen also ein klareres Bild der Ist-Situation und lassen Entwicklungen erkennen.

Artikel 11 der Istanbul-Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten daher auch zur Datensammlung.

Warum muss mit Daten vorsichtig umgegangen werden?

Daten sind wichtig, um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten, sie können aber auch falsche Bilder vermitteln. Bereits bei der Datenerfassung liegen mögliche Fehlerquellen. Die größte Gefahrenquelle liegt aber in der mangelnden Aussagekraft und/oder der falschen Interpretation mancher Datenauswertungen.

Datenquellen

Relevante Daten werden auf unterschiedliche Weise erhoben und von vielen Stellen erfasst. Von besonderer Relevanz sind Prävalenzstudien, die Daten der Polizei, der Justiz und spezifischer Hilfseinrichtungen.