EU-CERV/DAPHNE-Call: Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen
Im Rahmen des EU-Programms CERV wurde erneut der Förderaufruf „Verhinderung und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt und Gewalt gegen Kinder“ (Daphne-Strand) veröffentlicht. Bis 3. November 2026 können Projektanträge eingereicht werden.
Das EU-Programm CERV (Citizens, Equality, Rights and Values) dient dem Schutz und der Förderung der in den EU-Verträgen und der Grundrechte-Charta verankerten Rechte und Werte. Ziel ist die Unterstützung offener, rechtsbasierter, demokratischer, gleichberechtigter und inklusiver Gesellschaften.
Der Programmteil Daphne richtet sich insbesondere auf die Prävention und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt sowie von Gewalt gegen Kinder.
Ausschreibung CERV-2026-DAPHNE
Ziel der Ausschreibung 2026 ist die Förderung von Projekten, die dazu beitragen geschlechtsspezifische Gewalt sowie Gewalt gegen Kinder zu verhindern und zu bekämpfen, Betroffene bedarfsgerecht zu unterstützen sowie digitale Gewalt stärker in den Fokus zu rücken. Ebenso kann die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt sowie der Istanbul-Konvention unterstützt werden.
Die Ausschreibung berücksichtigt ausdrücklich intersektionale Perspektiven und das Risiko einer erhöhten Gefährdung aufgrund besonderer Vulnerabilitäten oder Lebenslagen.
Fünf Förderprioritäten
Für die aktuelle Ausschreibung stehen fünf Themenbereiche zur Verfügung:
- Unterstützung intermediärer Organisationen (CERV-2026-DAPHNE-REGRANTING)
Richtet sich an Organisationen, die Fördermittel an kleinere und basisnahe zivilgesellschaftliche Organisationen, insbesondere auch in ländlichen oder abgelegenen Regionen, weitergeben und deren Kompetenzen stärken.
Mindestfördersumme: EUR 1 000 000 bis maximal EUR 2 500 000
Laufzeit: 36 Monate
- Schutz und Unterstützung von Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt (CERV-2026-DAPHNE-PROTECTION)
Fördert den Ausbau und die Weiterentwicklung von Schutz- und Unterstützungsangeboten für Betroffene (z.B. Aufbau oder Anpassung spezialisierter Unterstützungszentren; Entwicklung von Instrumenten zur frühzeitigen Gefährdungseinschätzung; Schulungen und Leitlinien für Fachkräfte).
Mindestfördersumme: EUR 200 000 bis maximal EUR 600 000
Laufzeit: 12 bis 24 Monate
- Gezielte Maßnahmen zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt (CERV-2026-DAPHNE-PREVENTION)
Fördert gezielte Präventionsmaßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Veränderung von Verhaltensmustern und Rollenbildern, die Gewalt begünstigen oder normalisieren, liegt (z.B. Maßnahmen zur Prävention sexueller Gewalt und zur Stärkung des Konsens-Prinzips; Maßnahmen zur Prävention digitaler Gewalt).
Mindestfördersumme: EUR 200 000 bis maximal EUR 600 000
Laufzeit: 12 bis 24 Monate
- Unterstützung der Umsetzung der Istanbul-Konvention und der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (CERV-2026-DAPHNE-CONVENTION-DIR)
Unterstützt öffentliche Stellen bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention und der EU-Richtlinie 2024/1385. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen für Fachkräfte (z.B. Fortbildung von Richter:innen, Fachkräften im Gesundheitswesen, in sozialen Diensten oder im Bildungswesen).
Mindestfördersumme: EUR 200 000 bis maximal EUR 600 000
Laufzeit: 12 bis 24 Monate
- Stärkung integrierter Kinderschutzsysteme (CERV-2026-DAPHNE-CHILDREN)
Zielt auf die Weiterentwicklung integrierter Kinderschutzsysteme, wobei der Fokus auf Vorhaben liegt, die Prävention, Früherkennung, Meldung, Schutz und Unterstützung miteinander verbinden.
Mindestfördersumme: EUR 200 000 bis maximal EUR 600 000
Laufzeit: 12 bis 24 Monate
Antragstellung
- Einreichungsfrist: 9. Juli bis 3. November 2026
- Budget: EUR 21 000 000
- Antragsberechtigung: Behörden der Mitgliedstaaten, Unterstützungsdienste, Organisationen der Zivilgesellschaft bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen (z.B. juristische Person, Aktivitäten werden in förderfähigem Land vorgenommen)